Ganztag

a) Geschichte:

Wir verstehen uns als eine echte Stadtteilgrundschule. Zu diesem Verständnis gehört, dass wir allen Kindern der Schule ein Bildungs- und Betreuungsangebot machen, das auf ihre jeweiligen individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

 

Aus diesem Grund gibt es an der Merianschule bereits eine lange Ganztagstradition. Schon in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden den Kindern im Rahmen eines schulbezogenen Förderkonzeptes ein warmes Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und einige Arbeitsgemeinschaften angeboten.

 

Im Jahr 2001 nahmen wir in zunehmend intensiver werdenden Kooperationen mit den Horten in unserem Stadtteil am Modellprojekt Naschu (Ganzheitliche Nachmittagsangebote an Frankfurter Schulen) der Stadt Frankfurt teil. In den folgenden Jahren bauten wir unsere Ganztagsangebote mit der Einrichtung eines Hortes, ab 2017 ESB (Erweiterten Schulischen Betreuung) bis 17.00 Uhr, eines offenen Angebotes bis 14.00 Uhr und zahlreichen Arbeitsgemeinschaften weiter aus und wurden vom Land Hessen als Ganztagsschule in den Profilen I, später II, anerkannt.

 

Seit dem Schuljahr 2019/20 ist die Merianschule mit der Aussicht auf die Rückkehr in das sanierte Schulgebäude dem Kooperationsmodell Pakt für den Nachmittag von Schulträger und Land Hessen beigetreten. Gleichzeitig wurde der Hort des Kinderzentrums Burgstraße aufgelöst und die 40 Kinder dieser Einrichtung in unser Nachmittagsangebot aufgenommen.

 

Seit der Auslagerung in die Containeranlage im Herbst 2016 hat sich das Kollegium gemeinsam mit den Horten im Stadtteil und der ESB in der Merianschule in einem intensiven Prozess mit der Weiterentwicklung unseres bisherigen Ganztagsmodells auseinandergesetzt und ein neues Modell entwickelt. Dieses Modell kann aber erst nach der Rückkehr in das sanierte Gebäude umgesetzt werden, weil die Räumlichkeiten in der Containeranlage die Umsetzung nicht ermöglichen.

 

b) Das neue Ganztagsmodell:

 

Grundsätze:

  • Das Wohl der Kinder steht ganztägig im Vordergrund.
  • Wir sorgen für Stabilität, Verlässlichkeit und Kontinuität in den sozialen Beziehungen des gesamten Tages.
  • Wir schaffen eine einfache und überschaubare Zeitstruktur.
  • Diese Struktur ermöglicht für alle Kinder und Erwachsenen einen gesunden Wechsel von Anspannung / Lernen und Entspannung / Erholung und  Kommunikation / Koordination.
  • Es gibt eine tägliche individuelle Lern- und Übungszeit und keine traditionellen Hausaufgaben mehr.
  • Multiprofessionelle Teams (Grundschullehrer, Förderschullehrer, Sozialpädagogen, Erzieher, Teilhabe-Assistenten, ...) arbeiten gemeinsam und auf Augenhöhe miteinander.

Die neue Zeitstruktur umfasst daher:

  • Die Frühbetreuung findet täglich wie bisher von 7.30 Uhr bis 9.00 Uhr statt. Kinder können die Frühbetreuung bei Bedarf, ohne Anmeldung und kostenfrei nutzen.
  • Ab 7.50 Uhr öffnen wir die Klassenräume, die Gleitzeit beginnt, eine Lehrkraft ist im Klassenraum und die Kinder können in Ruhe ankommen.
  • Der Unterrichtsblock I beginnt um 8.00 Uhr für alle Kinder und dauert 90 Minuten bis zur
  • Pause. Die Kinder haben nun 30 Minuten Zeit für Bewegung, Spaß, Spiel, Rückzugsmöglichkeiten und Erholung im Freien auf unserem neu gestalteten Schulhof mit verschiedenen Bewegungszonen. Viel Bewegung und frische Luft erleichtern den Kindern das Lernen.
  • Nach der Pause findet das Frühstück wie bewährt gemeinsam im Klassenraum statt. Die Frühstückszeit ist gleichzeitig die Vorlesezeit. Die Kinder bringen ein gesundes Frühstück von Zuhause mit, die Lehrerin liest ein Buch vor. Falls es größere Konflikte in der Pause gab, gibt es die Möglichkeit für einzelne Kinder, die Streitschlichtung mit Frau Schwarz zur Unterstützung in Anspruch zu nehmen. In der Frühstückszeit können die Kinder sich entspannen und wieder auf die folgende Lern- und Arbeitsphase einstellen.
  • Der Unterrichtsblock II dauert bis 11.15 Uhr und wird durch eine Bewegungs-pause aufgelockert.
  • Von 11.15 Uhr bis 12.00 Uhr findet die Übungszeit statt. Eine*e Mitarbeiter*in des pädagogischen Personals der ESB und die Lehrkraft unterstützen die Kinder in dieser individuellen Arbeits- und Übungszeit gemeinsam in den Klassen- oder Kleingruppenräumen. Auch klassenübergreifende Kleingruppenangebote finden in dieser Zeit statt. Die Übungszeit ersetzt die traditionellen Hausaufgaben. Die Kinder arbeiten nach einem Wochenplan mit individuell unterschiedlichen Aufgaben, in ihrem eigenen Tempo. Sie dokumentieren ihre Arbeit in einem „Logbuch“. So erhalten Eltern wöchentlich Einsicht in die Lernfortschritte ihres Kindes.
  • Von 12.00 bis 13.00 Uhr findet die Mittagspause statt. Die Kinder gehen in dieser Zeit zum Mittagessen in unsere neue Mensa. Kinder aus den externen Horten gehen mit ihren Pädagogen in ihre Horte.
  • Alle anderen Kinder können vor und/oder nach dem Essen in der Kinderzeit zwischen vielfältigen  Aktivitäten und Angeboten wählen. Diese finden in den Räumlichkeiten der Schule statt, z.B. im Freien auf dem Schulhof oder im Schulgarten, in der Turnhalle, im Werkraum, Spielezimmer, Bauraum, Bewegungsraum, Ruheraum, Atelier, Experimentierraum und vielen mehr. Die Kinder dokumentieren ihre Anwesenheit in ausliegenden Büchern und an einer Magnetwand. Die Räume werden betreut von dem pädagogischen Personal der ESB und einigen externen Mitarbeiter*innen.
  • Die Lehrkräfte haben in der Mittagszeit Gelegenheit für Pausen, Unterrichtsvor- und -nachbereitung, Gespräche, Absprachen, Koordination und Kooperation.
  • Für die Kinder der Klassen 1 und 2 ist nach der Mittagspause die Schule beendet.
  • Für Kinder aus den Klassen 3 und 4 findet dienstags und mittwochs bis 14.30 Uhr der dritte Unterrichtsblock statt. Für die Schüler*innen der vierten Klassen gibt es einen zusätzlichen Unterrichtsblock III von 45 Minuten an den Montagen.
  • Donnerstags werden in diesem Zeitraum Arbeitsgemeinschaften angeboten, in die sich Kinder ab der Jahrgangsstufe 2 einwählen können. Auch die Jugendmusikschule macht donnerstags ihre Angebote bei uns in der Schule.
  • Freitags von 13.00 – 13.45 Uhr trifft sich unser Chor im Musiksaal. Hier können auch Kinder der ersten Klasse ab dem 2. Schulhalbjahr teilnehmen.

 

So sehen die Pläne der verschiedenen Jahrgangsstufen dann aus:

 

Wir freuen uns auf diese auch für uns neue zeitliche Struktur des Tages und hoffen, unsere oben genannten Ziele und Grundsätze so verwirklichen zu können. Wir werden im nächsten Jahr und immer wieder Feedback von den Eltern und Kindern einholen. Die Evaluation ist eingeplant und ggf. werden wir Bausteine unseres Ganztags weiterentwickeln, anpassen und verändern.